Interview mit unseren Top-Schiris
Michael Breu und Christian Waninger pfeifen in Ostbayerns höchster Liga
Seit längerer Zeit hat der HC Sulzbach wieder ein Schiedsrichtergespann, das in der Bezirksoberliga und somit in der höchsten Klasse unseres Handballbezirks Spiele leitet. Im Interview stellen sie sich und ihren Job an der Pfeife näher vor.

Wie ist eure jeweilige Verbindung zum Handballsport und dem HC Sulzbach zustande gekommen?
Michael: Wir sind über unsere Kinder zum HC Sulzbach gekommen. Meine beiden Jungs haben alle Jugendmannschaften durchlaufen und wurden von den Minis bis zur D-Jugend auch von mir trainiert.
Christian: Bei mir war es ganz ähnlich mit meinen zwei Mädels, die von den Minis bis zu den Damen beim HC gespielt haben.
Man wird ja dann nicht sofort zum Schiedsrichter. Was war der Auslöser, dass ihr den Job an der Pfeife ausüben wolltet?
Christian: Ich hab schnell gemerkt, dass Schiris rar sind, vor allem für die Jugendspiele. Nach Einsätzen im Kampfgericht und der Organisation bei den Jugendspielen war der nächste Schritt zum Schiri-Schein naheliegend.
Michael: Ich bin immer noch bei den Herren 3 des HC Sulzbach aktiv. Mir ist natürlich klar, dass das nicht ewig so weitergeht. Da ich dem Handballsport aber verbunden bleiben wollte, habe ich vor fast 5 Jahren die Ausbildung zum Schiedsrichter begonnen.
Erzählt uns doch mal ein bisschen, was ihr dann alles machen musstet, um letztendlich die Schiri-Lizenz zu erhalten.
Christian: Eigentlich ganz unspektakulär. Kurz das OK des Vereins einholen (der hat die Ausbildung bezahlt), mehrere Wochenenden zur Schiri-Ausbildung, am Ende die Theorie-Prüfung und schließlich noch ein Prüfungsspiel leiten.
Wie ging es dann weiter? Welche Spiele habt ihr zunächst geleitet? Wart ihr gleich als Team unterwegs?
Michael: Mit bestandener Schiri-Prüfung hatten wir zwar die Lizenz in der Tasche, aber Erfahrung und Routine mussten wir uns erst bei Jugendspielen und in den unteren Ligen erarbeiten. Wir kannten uns zwar schon länger, waren aber zunächst als Einzelschiedsrichter unterwegs. Bei verschiedenen Vereinsevents und Freundschaftsspielen hatten wir dann erstmals die Gelegenheit, im Team zu pfeifen. Das hat so viel Spaß gemacht, dass der Entschluss, als Team zu starten, schnell gefasst war.
Wie kam es dann später zu eurem Aufstieg in die Bezirksoberliga?
Christian: Ein Aufstieg in den A-Kader und der Einsatz in der Bezirksoberliga war eigentlich nie geplant. Nach den ersten Beobachtungen wurde uns im November 2024 aber das erste Spiel in der Bezirksoberliga Männer angeboten.
Wie läuft es in der BOL? Was sind die größten Unterschiede in der Spielleitung im Vergleich zu niedrigeren Ligen?
Michael: Anfangs durften wir schon etwas Lehrgeld bezahlen. In der BOL wird auf einem Niveau gespielt, auf das wir uns erst einstellen mussten. Das technisch anspruchsvollere und auch sehr viel schnellere Spiel macht uns mittlerweile aber sehr viel Spaß. Da die Hallen in dieser Liga auch besser besucht sind, ist oft auch wesentlich mehr Stimmung vorhanden.
Letzte Frage: Warum macht euch das Pfeifen Spaß und was gebt ihr potentiellem Schiri-Nachwuchs mit auf den Weg? Lohnt es sich zu pfeifen?
Michael: Mir gefällt besonders, mitten im Spielgeschehen zu sein und die Herausforderung, auch schwierige Spiele in den Griff zu bekommen.
Christian: Geht mir genauso. Es gibt viele Mannschaften und Hallen, auf die man sich richtig freut und ich lerne mit jedem Spiel dazu.
Michael: Auch wenn man als Schiedsrichter zunächst alleine oder zu zweit auf der Platte steht, ist man doch in einer großen Gemeinschaft. Man lernt viele Schiri-Kollegen, Mannschaften und Trainer kennen und übernimmt Verantwortung für den schönsten Sport der Welt. Es lohnt sich auf alle Fälle zu pfeifen!