Sulzbach (lis). Wiedergutmachung forderten die Trainer und Mannschaftsverantwortlichen nach der Auswärtspleite gegen Zirndorf. Und dies nahmen sich die Handballerinnen des HC Sulzbach zu Herzen. Im Heimspiel gegen den Tabellenführer HCD Gröbenzell bewiesen sie nicht nur tolle Moral und Mannschaftsgeist, sondern einen wahren Kraftakt, denn bis zur 48. Spielminute (22:23) spielte man wahrlich nicht so, wie es der Tabellenstand vermuten ließ. Am Ende mussten sich die Herzogstädterinnen dann doch mit 27:35 (12:16) geschlagen geben. Gästetrainer Harald Fischer zollte aber enormen Respekt vor der Leistung des Schlusslichts und sprach von einem „wirklich gutem Spiel!“ Der HC Sulzbach musste im Vorfeld auf Torfrau Annika Bernhardt (Krankheit), Conny Macarei und Kristina Steiner (Prüfungen) verzichten und auch Katharina Eichenmüller konnte studiumsbedingt nicht am vorbereitenden Mannschaftstraining teilnehmen. So waren die Sorgenfalten von HC-Trainer Klaus Eckl groß, als er am Sonntag in die Halle aufbrach. Doch bereits in der Kabine wurde er von der positiven Stimmung im Team überrascht und auch der Start in die Partie verlief anders als erwartet. Die HC-Mädels zeigten sowohl im Angriff, als auch in der Abwehr leidenschaftlichen Einsatz und konnten sogar mit 2:1 und 3:2 in Führung gehen. Dann übernahmen allerdings die Gäste die Führung (3:4), doch Sulzbach ließ sich nicht abschütteln und glich immer wieder aus (6:6). Besonders Andrea Himmerer, Nicole Schiegerl und Sandra Christlein sorgten stets für Torgefahr, so dass die HCD-Defensive gar nicht wusste, wie ihr oft geschah. Bereits nach 12 Minuten nahm das HCD-Trainergespann folgerichtig eine Auszeit, um den Spitzenreiter um Sina Fischer wieder auf Kurs zu bringen. In der Abwehr agierten die Gröbenzellerinnen nun offensiver, doch das zeigte nicht die gewünschte Wirkung. Zwar konnte Gröbenzell bis zur Pause über 9:13 auf 12:16 erhöhen, doch nach Spitzenhandball und absoluter Überlegenheit sah das HCD-Spiel nicht aus. Nach dem Seitenwechsel hielt der Vier-Tore-Vorsprung des HCD bis zum 16:20 an. Doch dann schafften die Sulzbacherinnen einen wahren Kraftakt. Jede Spielerin auf dem Feld gab noch mal alles und kämpfte mit Herzblut und Leidenschaft. Insbesondere in der Defensive ließen die jungen Sulzbacherinnen um den Mittelblock aus Franzi Luber und Lisa Steiner nun kaum mehr etwas zu und so gelangen dem Spitzenreiter von der 31. bis zur 48. Spielminute nur noch magere vier Tore. Auch als Katharina Eichenmüller nach einem Foul für zwei Minuten auf die Bank geschickt wurde, überstanden die Oberpfälzerinnen die Unterzahl ohne größeren Schaden. Der HC Sulzbach verkürzte sogar auf 22:23, als Steffi Häckl, die insgesamt eine wirklich gute und engagierte Leistung zeigte, astrein von Linksaußen verwandelte. Doch dann riskierten die Gastgeberinnen zu viel und kassierten prompt drei Gegenstoßtore in Folge. Damit gelang dem Gast der Befreiungsschlag und so konnten sich die HCD-Mädels wieder absetzen (22:26) und schließlich das Kommando übernehmen. Die Sulzbacherinnen liefen nun diesem Rückstand noch einige Zeit hinterher (25:30), ehe sich dann der hohe Kräfteverschleiß bemerkbar machte und Gröbenzell das Ergebnis noch etwas in die Höhe schrauben konnte (27:35). „Leider gibt es dafür keine Punkte, wenn man dem Spitzenreiter lange Zeit Paroli bietet. Dennoch muss uns dieses Spiel Mut machen, auch gegen Mannschaften im vorderen Tabellendrittel bis zum Schluss zu kämpfen,“ so Co-Trainer Martin Müller nach dem Spiel. „Wir haben uns gut verkauft, aber das ist nur etwas wert, wenn wir auch gegen Fichtelgebirge das Herz in beide Hände nehmen. Dann können wir erhobenen Hauptes vom Spielfeld gehen.“
HC Sulzbach:
Tor: Nina Aures; Feld: Sandra Christlein (9/3), Lisa Steiner (4), Andrea Himmerer (4), Marina Wiens (3), Tanja Frisch (2), Nicole Schiegerl (2), Luisa Lotter (1), Steffi Häckl (1), Katharina Eichenmüller (1), Tanja Pelikan, Franzi Luber, Anki Luber;