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Saison 2004/2005
Sonntag, 05. Dezember 200415:30 Uhr

MJAgegenTSV Friedberg

Heim

MJA

:

Noch kein Ergebnis

Gast

TSV Friedberg

Spielort

Auerbach

Halle finden

Zum Spiel

Vor- und Nachbericht

Vor dem Spiel

Gipfeltreffen

Es kann nur einen geben

Ein Leckerbissen wird allen Handballfans am Sonntag um 15.30 Uhr in der Dreifachhalle in Auerbach geboten. Die Terminplaner haben ein gutes Händchen bewiesen und für den letzten Vorrundenspieltag das Gipfeltreffen der Bayernliga schlechthin angesetzt. Im Aufeinandertreffen der beiden verlustpunktfreien Spitzenteams begrüßt die SG Auerbach-Sulzbach mit dem TSV Friedberg die Überraschungsmannschaft der Saison.

Die Gastgeber treffen mit Friedberg auf einen langjährigen Kontrahenten, an den man nicht nur gute Erinnerungen hat. Bei den Endspielen um die Bayerische Meisterschaft der C-Jugend vor vier Jahren zog man nach einem Sieg und einer Niederlage wegen des schlechteren Torverhältnisses den kürzeren. Auch in den folgenden Spielzeiten war die Bilanz stets durchwachsen: Heimsiegen standen Auswärtsniederlagen gegenüber, selbst im Meisterschaftsjahr 2003 kassierte man eine von insgesamt zwei Saisonniederlagen in Friedberg.

Nach ihrem letzten Platz in der Vorsaison kommt die diesjährige Leistungssteigerung der Friedberger etwas überraschend, zumal mit Andreas Hetmanek ein Topspieler nicht mehr zur Verfügung steht. Man hatte die Schwaben eher zwischen Platz 3 und 5 erwartet, in den Prognosen ganz oben stand neben der SG vor allem der HC Erlangen. Doch als der TSV nach dem Auftakterfolg in Weilheim gleich im ersten Heimspiel den Topfavoriten Erlangen in einem sehr emotionalen Spiel beide Punkte abnehmen konnte, hat dies der Mannschaft zusätzlichen Auftrieb verliehen. Wie die SG profitierte man zudem von einer Terminplanung, die in der Vorrunde Heimrecht gegen fast alle Mannschaften der oberen Tabellenhälfte und Auswärtsspiele gegen schwächere Gegner vorsah. In den weiteren Partien gelangen ungefährdete Siege, nur gegen Niederraunau bekam man Schwierigkeiten und landete mit viel Glück einen Sieg in letzter Minute. Die Stärke des TSV bekam zuletzt HaSpo Bayreuth beim 29 : 22 zu spüren. Herausragende Merkmale der Friedberger sind ihre Konstanz und Ausgeglichenheit, man spielt schnell nach vorne und zeigt ein überdurchschnittliches Zweikampfverhalten - und was wohl das wichtigste ist: die Mannschaft hat einen Lauf.

Anders als bisher in manchem Spiel besteht für die Gastgeber diesmal kein Anlass, den Gegner zu unterschätzen. Die Mannschaft ist heiß und auch beim Training war zu spüren, dass es am Sonntag an Motivation und Einstellung nicht fehlen wird. Eine über 60 Minuten konzentrierte Leistung wird auch nötig sein, um beide Punkte zu holen und sich damit eine optimale Ausgangsposition zu schaffen. Spieler und Verantwortliche gehen mit Optimismus in die Begegnung zeigt doch die Erfahrung, dass die Mannschaft zulegen kann und sich am Gegner steigert. Zudem hofft man natürlich auf Unterstützung durch das Publikum, so dass die Heimspielatmosphäre entsteht, die auch die Halle in Friedberg zu einer nur schwer einnehmbaren Festung macht.

Das Vorspiel bestreiten um 13.30 Uhr die weiblichen C-Jugend-Teams des ASV Auerbach und des TV Hilpoltstein.

Aufstellung: von Borstel, Weih, Englhard, Forster, Kellner, Schmidt, Waitz, Deinzer, Herold, Hofmann, Schnödt, Tannenberger, Weiss

Nach dem Spiel

SG siegt im Spitzenspiel und erringt Herbstmeisterschaft

SG Auerbach-Sulzbach - TSV Friedberg 32 : 20

Handball A-Jugend Bayernliga

SG Auerbach-Sulzbach - TSV Friedberg 32 : 30 (17 : 15)

Die SG Auerbach-Sulzbach ist Herbstmeister und hat damit ihr erstes Etappenziel erreicht. In der auf höchstem Niveau stehenden Spitzenbegegnung mit dem TSV Friedberg gewannen die Gastgeber vor 500 begeisterten Zuschauern verdient mit 32 : 30 Toren. Beide Mannschaften konnten überzeugend den Nachweis ihrer Klasse antreten und zeigten, dass sie zu Recht mit weitem Abstand vor den Verfolgern die Tabelle anführen. Spätestens nach diesem Spieltag steht fest, dass die Entscheidung um den Titel nur zwischen diesen beiden Teams fallen wird.

Ein Start nach Maß gelang der SG in der mit Spannung erwarteten Partie gegen den unmittelbaren Kontrahenten. Die Oberpfälzer dominierten die Anfangsphase nach Belieben, boten perfekten Handball und gingen mit 10 : 3 Toren in Führung. Beide Mannschaften praktizierten Tempohandball modernster Prägung, während die Gäste aber zunächst noch an Torwart von Borstel oder an ihrer zu hohen Fehlerrate scheiterten, gelang den Gastgebern alles. Michael Waitz mit seinen unnachahmlichen Sprungwürfen und Matthias Schnödt mit fulminantem Antritt bestimmten die Angriffsaktionen, Frank Herold hielt die Abwehr zusammen. Beim Spielstand von 14 : 6 gab niemand mehr einen Pfifferling für die Friedberger. Doch die gaben sich längst nicht geschlagen und zeigten in den letzten gut zehn Minuten vor der Pause Moral und ihr Potenzial. Ein Torwartwechsel, Seiler für Kapfer, und die direkte Deckung gegen Michael Waitz brachten die Angreifer der SG deutlich aus dem Konzept. Die Chancenauswertung gegen den neuen Zweimetermann im Friedberger Gehäuse wurde deutlich schlechter und ohne Waitz verlor man entscheidend an Durchschlagskraft. Die Ballverluste häuften sich und die jetzt wie ausgewechselt wirkenden Schwaben nutzten dies zu schnellen Toren. Auch die Abwehr wirkte jetzt verunsichert und verlor besonders gegen die beiden herausragenden Friedberger Fabian Segmüller und Tobias Lindner zu viele Zweikämpfe. Die Heimmannschaft war phasenweise völlig aus dem Tritt gekommen, was sich auch in einer berechtigten roten Karte gegen Ralph Weiss wegen eines Fouls beim Gegenstoß zeigte. Tor um Tor schmolz der Vorsprung und zur Halbzeit war beim Spielstand von 17 : 15 alles wieder offen.

Auch in der zweiten Hälfte kam die SG besser aus den Startlöchern. Mit zwei Toren zum 19 : 15 konnte man sich zunächst wieder etwas absetzen, doch der TSV legte sofort wieder nach. In der Folge verlief das Spiel ausgeglichen, die SG lag ständig mit 1 – 3 Toren vorn, der TSV bemühte sich - vergeblich - um den Ausgleich. Nachdem Peter Englhard gleich zu Beginn vier Treffer erzielen konnte, lag die Angriffslast dann wieder zu einseitig bei Matthias Schnödt. Dem machte zwar die Belastung des zweiten Spiels innerhalb von 24 Stunden zusehends zu schaffen, er nutzte aber jede sich bietende Lücke in der Gästeabwehr. Die größte Unterstützung kam vom ebenfalls am Vortag stark beanspruchten Michael Waitz, der bei Freiwürfen und Strafwürfen an die Leistung zu Beginn der Partie anschließen konnte. Die anderen Spieler verhielten sich meist zu passiv, es gelang ihnen nur selten, sich den geschickt verteidigenden Gästen zu entziehen. Für die Trainer Renner und Schnödt zeigte sich wieder einmal die Kluft zwischen Theorie und Praxis, man hatte zwar die ganze Woche das Angriffsverhalten gegen die Friedberger Deckungsvariante geübt, aber über die linke Angriffsseite kam einfach zu wenig Druck und Gefahr. In der Abwehr hatte man weiterhin Schwerstarbeit gegen die wendigen Friedberger Angreifer zu verrichten, die kein einziges ihrer 30 Tore aus dem Rückraum erzielten und im Neunmeterraum sehenswert kombinierten. Dies ist sicher einerseits Beleg für deren technische Stärke. Andererseits fehlte es den Gastgebern mit Ausnahme von Frank Herold und Joachim Schmidt häufig einfach am Biss in den Zweikämpfen und dies nutzten die cleveren Gäste konsequent aus.

Doch auch wenn die SG in der zweiten Hälfte einige Male wackelte, man kämpfte, bügelte Fehler wieder aus und gab die Führung nie aus der Hand. Damit behielt man noch das notwenige Quäntchen Sicherheit. Der TSV musste im Gegensatz hierzu ständig einem Rückstand hinterherlaufen und so fehlte der letzte Kick um das Spiel zu drehen. Unnötig spannend machten es die Gastgeber noch zum Schluss, als man sich beim Spielstand von 30 : 27 zwei unnötige Ballverluste leistete, die Friedberg zum Anschlusstreffer nutzte. Mit zwei Treffern in Folge machte die Heimmannschaft dann alles klar und verbuchte einen zwar knappen, aufgrund des Spielverlaufs aber verdienten Sieg für sich. Auch für die Zuschauer hatte die Partie alles an Schnelligkeit, Technik, Athletik, Kampf und Spannung zu bieten, was man sich von einem guten Handballspiel erwartet. Es war eine Werbung für den Jugendhandball und beide Teams leisteten hierzu ihren Beitrag.

Aufstellung: von Borstel, Weih, Waitz (15/5), Englhard (4), Schmidt (1), Kellner (2), Hofmann, Schnödt (8), Herold (2), Deinzer, Tannenberger, Weiss