Vor dem Spiel
Gewürge oder Frustabbau
Rehabilitationsmaßnahme gegen die SSG Metten
Die Himmelsstürmer des HC Sulzbach sind nach der deftigen Niederlage in Coburg auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Nun liegt die Spannung der nächsten Begegnung am Samstag gegen die SSG Metten vor allem darin, wie die Rohrbach-Schützlinge diesen Brocken verdaut haben. Achtung Fans: Das Spiel in der Realschulhalle beginnt eine Stunde später als normal erst um 17.30 Uhr, da zuvor noch zwei Begegnungen unserer Jugendmannschaften auf BHV-Ebene ins schmale Zeitfenster gepresst werden mussten.
Eigentlich scheint die Partie gegen den Bayernligaabsteiger aus Niederbayern eine klare Sache zu sein, denn die „Klosterer“ kommen als Tabellenzwölfter in die Herzogstadt, doch Vorstand Weiß erwartet kein normales Spiel. „Entweder gibt es ein richtiges „Gewürge“, weil die Spieler verunsichert sind, oder die Mettener werden aus der Halle geschossen, weil die Herzogstädter positiven Frustabbau betreiben“.
Trainer Roman Becvar von der SSG hofft wohl eher auf die erste Variante, denn seine Mannschaft hätte dringend Punkte nötig. Nach dem einjährigen Abenteuer Bayernliga war der Aderlass bei den Niederbayern einfach zu groß. Die alternden Cracks aus Tschechien haben ihre Karriere beendet oder den Verein aus anderen Gründen verlassen und so muss der Coach hauptsächlich auf seine Nachwuchskräfte bauen. Die Klosterstädter sind zwar bekannt für ihre erstklassige Jugendarbeit, doch für das harte Brot in der Landesliga sind die Jungs dann doch noch etwas zu grün und es fehlt die führende Hand von erfahrenen Spielern. So blieb der Heimsieg im Kellerduell gegen den TV Etwashausen der bisher einzige Punktgewinn der Jungspunde, doch noch sind die anderen Konkurrenten im Abstiegskampf nicht enteilt und so haben sich die Mettener sicher noch nicht aufgegeben.
Für die Sulzbacher Handballer dauert diese Woche wohl viel zu lange, denn die Mannschaft brennt darauf die Pleite in Coburg vergessen zu machen. Trainer Christian Rohrbach hatte schon Gesprächsbedarf angekündigt und so wird das Team sicher alles tun um den Groll des Chefs zu besänftigen. Natürlich war nach dem Coburgspiel auch viel von mangelnder Einstellung und Motivation die Rede, doch es ist sicher nicht die beste Lösung, jetzt wie wild gewordene Stiere in die Partie am Samstag zu gehen. Wieder einmal ist der Kopf gefragt. Trainer Rohrbach kritisierte vor allem die Disziplin im Spiel und das mangelnde Umsetzen seiner Vorgaben. Eigentlich unverständlich bei einer so erfahrenen Mannschaft, die mit so vielen spielfähigen Akteuren gesegnet ist. Bei der Leistungsdichte der Teams in der Landesliga ist der Schlüssel zur absoluten Spitzenmannschaft eine Mischung aus Kampfgeist, Spielfähigkeit und Erfahrung. Je nach Bedarf muss die Mannschaft reagieren, welches Attribut in den Vordergrund rücken muss, doch dazu braucht man Spieler, die keine Einzelkämpfer sind, sondern sich in den Dienst der Mannschaft stellen.
Die Möglichkeit dazu haben alle Sulzbacher Akteure und der Trainer wird seinem Team auch komplett die Möglichkeit zur Wiedergutmachung geben. So hoffen die Sulzbacher Fans auf die zweite, oben angesprochene Prognose, alles andere als ein Erfolg gegen das Kellerkind Metten in eigener Halle wäre auch eine zu große Enttäuschung.
HC Sulzbach: Güthe, Vojtech (Tor); Hartmann, Andörfer, Waitz, Smolik, Englhard, Moritz, Forster, Ströhl, Wertmiller, Burkhardt, Krizek, Braun
Bericht: cwh
