Vor dem Spiel
Fernduell um Relegationsplatz
Ein Sieg in Stadeln und der Drops ist gelutscht !
Fernduell nennt man das, wenn zwei Gegner sich an verschiedenen Schauplätzen um das Fell des Bären streiten, welches in Form des letzten direkten Nichtabstiegsplatzes noch zu verteilen ist. Die beiden Protagonisten sind dabei der HC Sulzbach und die TS Selb, die seit Wochen einen erbitterten Kampf um eben jenen Platz an der Sonne führen, der an diesem Samstag, dem letzten Spieltag der Landesliga Nord endgültig entschieden wird. Dabei haben die Herzogstädter immer noch einen Punkt Vorsprung und damit den Vorteil die Entscheidung aus eigener Kraft schaffen zu können. Während es für diese beiden Teams also noch einmal um alles geht, werden in den anderen Partien nur noch Ausflugsfahrten unternommen. Hier sind alle Entscheidungen um den Aufstieg (HC Erlangen), Relegation um den Aufstieg (TG Landshut) und um den direkten Abstieg (HG Kunstadt, VfB Forchheim, HG Amberg, HG Ansbach) bereits gefallen.
Ein Sieg würde den Sulzbacher Handballern also reichen um alles klar zu machen. Diese Vorgabe sollen die Herzogstädter am Samstag um 17.00 Uhr beim MTV Stadeln realisieren. Der Ort der Entscheidung ist die Sporthalle Stadeln in der Hans-Sachs-Straße 30. Der Gegner aus Stadeln hat sich sehr lange in der Spitzengruppe der Liga gehalten, ehe er am Schluss der Runde etwas Probleme bekam und einige Plätze nach unten abfiel. Doch obwohl der Gastgeber nur einen Tabellenplatz und zwei Punkte vor den Sulzbachern rangiert, sind die Fürther schon lange gesichert und hatten nie mit dem Abstieg zu tun. Zu stark waren die Auftritte der Truppe von Coach Klaus Jahn besonders in der Hinrunde. Das mussten auch die Oberpfälzer erfahren, die das Hinspiel in der Realschulhalle glatt mit 28:33 Toren verloren.
Keine leichte Aufgabe wird das also für den HCS, der vermutlich in Bestbesetzung antreten kann. Nur der Chef fehlt. Trainer Christian Rohrbach ist leider beruflich unabkömmlich und kann nicht mit nach Mittelfranken reisen. Da muss wieder einmal der Sulzbacher Ex-Trainer Günter Ströhl aushelfen und das Team in diesem so wichtigen Spiel coachen. Doch der Handballfachmann genießt das uneingeschränkte Vertrauen der Mannschaft und so dürfte dies kein großes Problem darstellen. Schwieriger dürfte es da schon werden, der Truppe die richtige Mixtur aus Kampfgeist, Leidenschaft aber auch Nervenstärke und Routine einzuverleiben. Zu oft scheiterte das Team in den letzten Wochen am Fehlen der einen oder andern Zutat. Wenn das Rezept jedoch stimmt, kann die Mannschaft jeden Gegner schlagen und braucht sich vor der Aufgabe in Stadeln nicht zu fürchten.
Sollte man trotzdem in Fürth verlieren, bleibt noch die letzte Hoffnung, dass auch die Handballer aus Selb straucheln. Der letzte Trumpf heißt also HG Amberg, wo die Porzellanstädter ihren Teil des Fernduells bestreiten müssen. Klappt auch das nicht „freuen“ sich die Herzogstädter schon auf die Relegationsspiele am darauf folgenden Wochenende gegen den Südvertreter TSV Allach. Damit beschäftigen sich die Herzogstädter jedoch nur am Rande, denn am Samstag soll in Stadeln alles klar gemacht werden.
HC Sulzbach: Steiner, Vojtech (Tor); Hartmann, Andörfer, Baumgärtel, Waitz, Smolik, Englhard, Artz, Moritz, Nachtman, Forster, Ströhl, Burkhardt, Wertmiller
Bericht: cwh
