Vor dem Spiel
Rödelsee ein zu harter Brocken?
HCS hat nichts zu verlieren beim Favoriten
Das letzte Heimspiel der Sulzbacher Handballer findet am Samstag um 19.00 Uhr beim TSV Rödelsee in der Sickergrundhalle in Kitzingen statt. Gegen den hohen Favoriten aus Unterfranken können die Herzogstädter wohl nur auf ein vorweihnachtliches Wunder hoffen, denn die Multi-Kulti-Truppe aus Rödelsee gehört zu den fünf Topteams der Liga, die den Titel wohl unter sich ausmachen werden. Nur vier Punkte trennen den Tabellenfünften von der Tabellenführung, da ist noch alles drin und die Gastgeber können sich noch keine Gastgeschenke im Advent leisten.
Die hätte der Tabellenachte aus Sulzbach aber bitter nötig, denn die Oberpfälzer warten seit nunmehr sechs Spielen auf einen Punktgewinn und rutschen so langsam immer tiefer in den Abstiegsstrudel hinein. Ganze zwei Punkte trennen den Tabellensechsten vom Relegationsplatz und genau da ist man mittendrin statt nur dabei.
Wenn man sich die klangvollen Namen der Truppe aus dem Weinland so ansieht, kann einem schon etwas Angst werden, doch das ist ein Wort das die Herzogstädter natürlich aus ihrem Wortschatz gestrichen haben. Gabor Csorba, Radovan Suchy, Michal Tonar und Trainer Dusan Suchy bringen viele internationale Erfahrung in das Team und sind mit allen Wassern gewaschen. Da freut man sich dann doch, dass mit Sebastian Piller ein ehemaliger Sulzbacher Akteur in den Reihen der Rödelseer steht, der etwas nostalgische Gefühle bei der Rohrbach-Truppe weckt. Warum die Supertruppe dann doch nur aktuell am Ende der Führungsgruppe steht ist so kaum nachzuvollziehen, denn besonders der tschechische Ex-Nationalspieler Tonar ist in der Regel immer in der Lage ein Spiel ganz allein zu entscheiden.
Trainer Christian Rohrbach hat zwar auch einige Spieler im Kader, die wie Jiri Smolik oder Michael Waitz Torjägerqualitäten besitzen, aber das Gesamtpaket ist personell deutlich schwächer besetzt als die gestandenen Bayernligateams. So fehlt den Herzogstädtern in den entscheidenden Phasen oft die Routine und Kraft, um eine Führung zu verteidigen. Hier ist der Kader einfach zu dünn besetzt und wenn dann noch Verletzungspech dazu kommt wird es eng. Vielleicht fehlt in diesen Wochen auch einfach das Erfolgserlebnis, das dann die Kräfte freisetzt, die man zu Beginn der Saison noch mobilisieren konnte.
Ein beherztes Spiel in Rödelsee, mit einem achtbaren Ergebnis und die danach folgende Winterpause, könnten die Akkus der Sulzbacher Cracks wieder aufladen, um in der Rückrunde wieder mit frischem Mut anzugreifen. Noch stehen den Herzogstädtern alle Möglichkeiten offen, denn die Konkurrenz im Abstiegskampf bekleckert sich ja zum Glück auch nicht mit Ruhm.
HC Sulzbach: Güthe, Vojtech, von Borstel (Tor); Hartmann, Kaspar, Waitz, Smolik, Ströhl, Wertmiller, Krizek, Braun, Blödt, Andörfer
Bericht: cwh
