Vor dem Spiel
Abwehrbollwerk zu Gast in der Herzogstadt
Gegen den TSV Ottobeuren wartet viel Arbeit auf die Rohrbach-Truppe
In den ersten Partien der noch jungen Bayernligasaison konnten die Sulzbacher Handballer immer gut damit leben, die Favoritenbürde dem jeweiligen Gegner zu zustecken. Wenn allerdings der Tabellenzwölfte TSV Ottobeuren beim Sechsten dem HC Sulzbach antreten muss, sind die Rollen eigentlich klar in der anderen Richtung verteilt. Wenn, ja wenn da nicht der sensationelle 28:25-Erfolg der Schwaben letzte Woche gegen den Aufstiegsaspiranten TSV Rödelsee gewesen wäre. Dieses deutliche Lebenzeichen der Allgäuer sollte Warnung genug für das Team von Trainer Christian Rohrbach sein. Die Mannschaft hat aber längst erkannt, dass es in der höchsten bayerischen Spielklasse keine einfachen Gegner gibt und die Punkte nur mit voller Konzentration erobert werden können. Die Partie findet am Sonntag um 16.30 Uhr in der Krötenseehalle statt, wo die Herzogstädter wieder auf einen ähnlichen Fanzulauf wie in den ersten Heimspielen hoffen.
Die Gäste, die seit 1998 entweder in der Bayernliga, oder sogar sechs Jahre lang in der Regionalliga angesiedelt waren, sind natürlich eine feste Größe im bayerischen Handball. Doch in dieser Saison ist der Start so richtig misslungen. Bis zum Überraschungssieg gegen Rödelsee hatten die Jungs des Trainergespanns Koskue und Lang noch keinen Zähler geholt und da kam der Befreiungsschlag gerade zur rechten Zeit. Neben diesem Paukenschlag zeigt auch ein Blick aufs Torverhältnis, dass die Allgäuer viel besser sind, als es der Tabellenstand ausdrückt. Die Gäste kommen mit den zweitwenigsten Gegentoren in die Herzogstadt und damit ist klar dass den Sulzbachern eine erfahrene und knallharte Abwehr gegenüber steht. Im Angriff fehlt zwar der herausragende Shooter, doch sind einige torgefährliche Akteure in der Mannschaft, die weiterhin auf den gesperrten Achim Wittlinger verzichten muss.
Das Team von Trainer Rohrbach muss vor allem viel Geduld aufbringen, um die kompakt stehenden Gäste müde zu spielen. Nicht so ganz einfach, denn mit Jiri Smolik und Michael Waitz stehen zwei Torjäger auf dem Feld, die es gewohnt sind in jeder Situation den Abschluss zu suchen. Vielleicht ist hier der Weg über die so treffsicheren Außen und Kreisläufer der richtigere Weg, denn die mussten sich in den letzten Spielen ihre Chancen meist selbst erspielen. Trainer Rohrbach kann auf seinen kompletten Kader zurückgreifen, bei dem zwar Woche für Woche ein paar Akteure angeschlagen oder erkrankt sind, die sich aber immer durchbeißen und ihren Mann stehen. Der Erfolg der letzten Wochen lässt die Schmerzen scheinbar leichter ertragen. Falls es der Coach schafft, die Mannschaft mental auf einen sehr unangenehm zu spielenden Gegner einzustellen, ist ein Sieg gegen die Schwaben drin und der Höhenflug des HCS könnte weitergehen.
HC Sulzbach: Güthe, Vojtech (Tor); Hartmann, Kaspar, Waitz, Smolik, Blödt, Moritz, Forster, Ströhl, Wertmiller, Krizek, Braun, Hausner
Bericht: cwh
