Vor dem Spiel
Die unbekannte Diva aus dem Fichtelgebirge
Gegen die TS Selb soll der Aufwärtstrend weitergehen
Es scheint so, als wäre der Knoten bei den Sulzbacher Handballern nun endlich geplatzt. Nach den beiden Siegen gegen Kunstadt und in Stadeln hat sich die Stimmungslage in der Herzogstadt deutlich verbessert. Das Hoch soll auch nach dem Nikolaus-Wochenende noch anhalten und so ist ein Erfolg gegen die TS Selb am Samstag in der Realschulhalle der größte Wunsch der Gömmel-Truppe. Das letzte Heimspiel vor der Winterpause beginnt um 16.30 Uhr und endet etwas später hoffentlich mit einer tollen Bescherung für die treuen Fans unserer Mannschaft.
Informationen über die bisher unbekannten Vereine der ehemaligen Landesliga Nord kann man ja meist noch übers Internet erfahren, doch der Aufsteiger aus BOL Oberfranken hat leider eine Homepage, die eines Landesligisten nicht würdig ist. So bleibt als Informationsquelle nur die Historie der bisherigen Spielzeit. Hier erzählen uns die nackten Zahlen, dass der TS Selb sich als 5. der Tabelle im gesicherten Mittelfeld befindet und ebenfalls zu den launischen Diven der Liga zählt. Hohe Siege und deftige Niederlagen wechseln sich bei den Oberfranken regelmäßig ab und so ist die Spielstärke der Gäste wohl sehr schwer einzuordnen. Aufhorchen ließ der 28:25-Erfolg der Selber beim Tabellenführer aus Coburg, der den Topfavoriten die bisher einzige Niederlage bescherte. Zuletzt kam das Team aus dem Fichtelgebirge aber wieder unter die Räder. Das Heimspiel gegen den SV Auerbach wurde glatt mit 24:32 verloren und so wollen sich die Selber an diesem Wochenende sicherlich am nächsten Oberpfälzer Verein revanchieren.
Doch das wird nicht so einfach werden, denn beim HCS herrscht zurzeit eitel Sonnenschein. Es ist schon beeindruckend, wie die Mannschaft in den letzten Wochen den Ausfall ihres Torjägers Michael Waitz verkraftet hat. Vielleicht hatte das Fehlen des Halbrechten ja auch etwas Gutes. Das Team konnte die Verantwortung nicht mehr nur auf die Schultern eines Einzelnen laden, sondern musste selbst agieren. So rückte das spielerische Element wieder in den Vordergrund und Spieler wie Sebastian Braun und Marek Nachtman blühten so richtig auf. Doch die Garanten der letzten Erfolge waren die beiden Sulzbacher Routiniers Andörfer und Hartmann, die mit ihrem Einsatz die ganze Mannschaft mitrissen. Diese Spielfreude gilt es nun zu konservieren und mit der Torgefährlichkeit des Michael Waitz zu kombinieren. Der Linkshänder plant gegen am Samstag sein Comeback, wird aber von Trainer Ingo Gömmel sicher behutsam an die Sache herangeführt werden.
Mit einem Sieg gegen den TS Selb könnte man auf alle Fälle das Abstiegsgespenst erst einmal vertreiben und mit den darauf folgenden lösbaren Aufgaben gegen die beiden Tabellenletzten Heidingsfeld und Erlangen-Bruck wäre ein Platz im sicheren Mittelfeld nach der Hinrunde durchaus im Bereich des Möglichen.
HC Sulzbach: Güthe, Vojtech (Tor); Andörfer, Baumgärtel, Waitz, Braun, Hartmann, Munker, Artz, Moritz, Nachtman, Forster, Englhard, Stauber, Rohrbach
Bericht: cwh
