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Saison 2007/2008
Samstag, 23. Februar 200819:30 Uhr

TV RoßtalgegenHerren I

Heim

TV Roßtal

:

Noch kein Ergebnis

Gast

Herren I

Spielort

Halle noch nicht festgelegt

Zum Spiel

Vor- und Nachbericht

Vor dem Spiel

Sulzbacher Handballer vor Roßtaler Hürde

Träume erst nach dem Spiel erlaubt

So langsam geht die Saison der Landesliga Mitte in die entscheidende Phase. Spannend wie noch nie verläuft das letzte Jahr der dreigleisigen Runde, denn durch den erhöhten Abstieg befindet sich noch die halbe Liga im Überlebenskampf. Aber auch der Aufstiegs- und Relegationsplatz ist noch lange nicht vergeben, auch hier hegen noch mindestens vier Teams Ambitionen. Am kommenden Samstag um 19.30 Uhr kommt es nun zum Duell eines Abstiegs- gegen einen Aufstiegsaspiranten. In der Hauptschule in Roßtal treffen der TV Roßtal und der HC Sulzbach aufeinander. Nicht nur wegen der spannenden Tabellensituation ist diese Partie von besonderem Interesse. Erstens haben einige Akteure gute Verbindungen zum gegnerischen Verein und zweitens treffen hier auch die anerkannt heißesten Fangruppen der Liga aufeinander. Ein stimmungsvolles Spiel ist also garantiert.

Die Mittelfranken etablierten sich nach anfänglichen Schwierigkeiten inzwischen sehr gut in der zweithöchsten bayerischen Liga und liegen als Tabellenachter nur einen Punkt hinter dem rettenden 6. Rang. Zwar gab es letztes Wochenende einen kleinen Rückschlag, als man mit 24:27 in eigener Halle gegen den ASV Cham verlor, doch der Klassenerhalt ist immer noch fest im Visier des Mittelfrankenmeisters. Dafür darf man sich aber in eigener Halle keine Punktverluste mehr erlauben. So will die Truppe von Trainer Wolfgang Schmidt auch gegen den Tabellenzweiten aus der Herzogstadt punkten und das hat die Mannschaft auch durchaus drauf. Schon im Hinspiel überzeugten die Roßtler, obwohl ihr Topscorer Sebbi Schuh, der auch schon im Sulzbacher Dress spielte, schon nach wenigen Minuten unglücklich die rote Karte sah. Trotzdem dauerte es damals sehr lange, bis der 34:29-Erfolg des HCS unter Dach und Fach war.

Trainer Ingo Gömmel, dessen Stammverein der TV Roßtal ist, kennt seinen Heimatclub sehr gut, immerhin war er im letzten Jahr selbst noch maßgeblich am Aufstieg der Mittelfranken beteiligt. Deshalb wird er sein Team vor nicht angebrachter Überheblichkeit warnen. Besonders die bescheidene Leistung des Milbertshofen-Spieles dürfte auch den letzten Träumer aufgeweckt haben. Punkte holt man in dieser Liga nur mit 100% Leistung und Einstellung. So hofft der Coach natürlich, dass sein Spielmacher Peter Andörfer am Samstag sein Come-Back geben kann. Die Regiekünste des Führungsspielers wurden besonders am letzten Wochenende schmerzlich vermisst. Sollte das Team mit dem kompletten Kader auflaufen können darf man mit viel Selbstvertrauen, aber auch mit dem nötigen Respekt nach Roßtal fahren.

Ein Sieg in Franken und man hätte am nächsten Wochenende das erhoffte Spitzenspiel gegen den punktgleichen SC Freising in der Realschulhalle. Davon darf zumindest geträumt werden.

HC Sulzbach: Güthe, Vojtech, im Tor; Munker, Baumgärtel, Braun, Englhard, Stauber, Andörfer, Hartmann, Waitz, Forster, Nachtman, Brand

Bericht: cwh

Nach dem Spiel

36:34-Thriller in Roßtal

Sulzbacher Handballer treiben Raubbau mit der Gesundheit ihrer Fans

Die Sulzbacher Handballer betreiben Raubbau mit der Gesundheit ihrer Fans. Was die ca. 100 Sulzbacher Zuschauer am Samstag in Roßtal erleben mussten, war nichts für schwache Nerven und auch der eine oder andere Fan hätte nach dem Spiel eine Dusche vertragen können. In einem unvergleichlichen Thriller schafften es die Herzogstädter tatsächlich noch einen 12:20-Halbzeitrückstand in einen 36:34-Sieg zu verwandeln und schrieben so ein neues Kapitel in der Erfolgsstory dieser Saison.

Doch zunächst ist über eine erste Halbzeit zu berichten, über die der Verfasser dieser Zeilen am liebsten den Mantel des Schweigens gelegt hätte. Der Ausfall von Linkshänder Sebastian Braun, der mit Grippe das Bett hüten musste, ist sicher nur bedingt verantwortlich, was sich in den ersten dreißig Minuten in Roßtal abspielte. „Die Mannschaft stand kollektiv völlig neben sich“, so Manager Werner Kandziora nach der Partie. Während der Tabellenführer ohne Motivation und Kampfgeist agierte, waren die Gastgeber sofort hell wach und schockten den HCS mit ihrer frechen Spielweise. Besonders der ehemalige Sulzbacher Sebastian Schuh wirkte wie aufgedreht und düpierte die nicht vorhandene Gästeabwehr ein ums andere Mal. Die beiden Torhüter Güthe und Vojtech konnten einem nur Leid tun, brachten sie doch mangels Unterstützung keine Hand an den Ball. Während bei den Franken in dieser Phase einfach alles klappte, standen die Herzogstädter minutenlang wie das sprichwörtliche Kaninchen vor der Schlange in Gestalt einer überirdisch spielenden Roßtaler Mannschaft. 7:2, 13:8 und 20:12 sind die ernüchternden Spielstände in der wohl schlechtesten Halbzeit der Gömmel-Truppe in dieser Saison. Einzig Spielmacher Peter Andörfer und der junge Halblinke Marek Nachtman stemmten sich gegen die drohende Katastrophe und verhinderten ein noch größeres Debakel.

Trainer Gömmel zog nach der Halbzeit seine letzte Option, packte sein Team an der Ehre und schickte seine Mannschaft mit einem „Alles oder Nichts-Auftrag“ in die zweite Hälfte. Mit einer offensiven 4:2-Deckung hoffte er auf einfache Ballgewinne, die dann auch kamen. Plötzlich hatte sich die Partie völlig gedreht. Nun gelang den Herzogstädtern alles und die Gastgeber waren nun ihrerseits dem Sturmlauf der Sulzbacher ausgeliefert. In nur 15 Minuten schafften es die Gäste den 8-Tore-Rückstand zu egalisieren. Torhüter Zdenek Vojtech war nun endlich der gewohnte Rückhalt seines Teams und im Angriff trieb der überragende Peter Andörfer seine Mitspieler zu einer nicht mehr für möglich gehaltenen Leistung an. Besonders die beiden Joungster Marco Forster und Marek Nachtman spielten groß auf und vertraten die bis dahin verhalten spielenden Routiniers bestens.

Doch nach dem Ausgleich (23:23) mussten die Sulzbacher eine Verschnaufpause einlegen und die Roßtaler kamen noch mal ins Spiel. Wieder warfen sie dank ihres starken Spielmachers Jochen Pelz und des Torjägers Sebbi Schuh eine 4-Tore-Führung heraus (27:23). Jetzt musste das Publikum helfen. Frenetisch angefeuert kämpften sich die Gäste wieder heran und gingen beim Stande von 27:28 erstmals in Führung. Nun wurde die Partie zu einem offenen Schlagabtausch, in der beide Teams an ihre Leistungsgrenze gingen. In den letzten 8 Minuten sahen die begeisternden Fans noch einmal 15 Tore, wobei die Herzogstädter nun die Mannschaft mit dem größeren Siegswillen war.

Am Ende stand ein glücklicher aber verdient erkämpfter 36:34-Erfolg zu Buche, der aber trotz der großen Euphorie nach der Partie nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass man sich so eine erste Halbzeit wohl nur einmal in der Saison leisten kann.

HC Sulzbach: Güthe, Vojtech (Tor); Waitz 10(4), Nachtman 7, Forster 6, Hartmann 4, Andörfer 4, Baumgärtel 2, Ott 1, Englhard 1, Munker 1, Stauber, Ströhl, Brandt

Bericht: cwh