Vor dem Spiel
Beim Top-Team Selbstvertrauen tanken
Tabellenzweiter TSV Lohr klarer Favorit gegen weiterhin ersatzgeschwächte Herzogstädter
Die Handball-Bayernliga hat sich relativ schnell in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft verwandelt. Im oberen Tabellendrittel machen die Teams aus Auerbach, Lohr, Fürstenfeldbruck, Erlangen und Rödelsee den Meister mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unter sich aus. Mit einem respektvollen Abstand von schon fünf Punkten folgt der „Rest“ der Liga, der aus neun Mannschaften besteht und gemeinsam um den Klassenerhalt kämpft, da die Teams nur fünf magere Punkte trennen. Da ist jeder Erfolg enorm wichtig, doch da es den „Underdogs“ nur sehr selten gelingt, gegen die Topteams zu punkten, sieht es an diesem Wochenende nicht so rosig für den HC Sulzbach aus. Die Oberpfälzer sind am Samstagabend zu Gast beim Tabellenzweiten TSV Lohr und alles andere als ein klarer Erfolg der Unterfranken wäre mindestens als Sensation zu bezeichnen. Die Partie beginnt um 19.30 Uhr in der Spessarttor-Halle in Lohr.
Während den meisten Herzogstädtern die Stadt am Main nur als Touristenhochburg am Rande des Spessart bekannt ist, wissen die Handballfans schon lange, was die eigentliche Sehenswürdigkeit in Lohr ist. Die Handballer des TSV gehören seit Jahren zu den erfolgreichsten Vereinen im Freistaat und haben sich in der Jugendarbeit einen ebenso wohlklingenden Namen gemacht wie im Seniorenbereich. Die Nähe zu den Handballhochburgen rund um Großwallstadt weht immer wieder Talente an den Main. In dieser Saison sind dies die Jugendspieler des HBLZ Großwallstadt, die Gebrüder Spieß und der Luxemburger Yannick Bardina die neben ihrer Tätigkeit bei der Bundesligajugend des TVG als Gastspieler an den TSV Lohr ausgeliehen sind. Doch Trainer Dr. Frantisek Fabian hat neben den jungen Talenten auch einige Routiniers in seinem Kader. Der Slowake baut vor allem in der Abwehr auf die Erfahrung seiner Landsleute Vozar und Kralik, während im Angriff vom wurfgewaltigen tschechischen Rückraumspieler Bohuslav Zeleny und von Kreisläufer Max Brunner die meiste Gefahr ausgeht. Mit dieser ausgeglichenen Mischung sind die Unterfranken mit nur einem Punkt Rückstand der heißeste Verfolger von Tabellenführer ASV Auerbach. Letzte Woche unterstrichen die Lohrer ihre gute Form mit einem 31:30-Auswärtserfolg beim TSV Rödelsee und so wollen sich die Favoriten auch gegen den Aufsteiger aus der Herzogstadt keine Blöße geben.
Für die Sulzbacher Handballer geht es in Lohr also nur sekundär um die Punkte, sondern primär darum, mit einer engagierten Leistung die negativen Schlagzeilen der letzten Wochen vergessen zu machen. Eine gute Leistung bei den Unterfranken wäre die beste mentale Vorbereitung für das so wichtige nächste Heimspiel gegen den TSV Rothenburg. Da geht es wieder um die Wurst, diesmal nur um die Ehre. Leider fehlen mit Thommy Hartmann und Marco Forster weiterhin zwei wichtige Spieler, die zwar von ihren Vertretern Stefan Ströhl und Sebastian Blödt sehr gut ersetzt werden, doch es fehlen Coach Christian Rohrbach dadurch zwei wichtige Optionen in der Abwehr. Bleibt zu hoffen, dass sich die Verletzung und Krankheit von Jiri Smolik und Michael Waitz gebessert haben und die beiden Torjäger wieder Normalform anbieten können. Dann dürfte die Truppe zumindest in der Lage sein den Lohrern einen leidenschaftlichen Kampf anzubieten.
Nicht mehr im Kader des HC Sulzbach ist leider Kreisläufer Stefan Moritz. Der Routinier wechselte in einer Blitzaktion zum Nachbarn HG Amberg. Auch wenn dies, mitten unter der laufenden Saison, nicht unbedingt die feine englische Art ist, bedanken wir uns bei „Zachi“ für seine Verdienste um den HC und wünschen ihn in seiner neuen/alten Heimat alles Gute.
HC Sulzbach: Güthe, Vojtech, von Borstel (Tor); Kaspar, Waitz, Smolik, Ströhl, Wertmiller, Krizek, Braun, Hausner, Blödt,
Bericht: cwh
