Vor dem Spiel
Fichtelgebirge kommt mit Superstar Martin Kovar
Tabellenführer aus der Herzogstadt trotzdem Favorit
Nach dem mit 30:24 Toren gewonnenen Schlagerspiel letzte Woche in Winkelhaid, ist der HC Sulzbach die allein noch verlustpunktfreie Mannschaft der Landesliga und nun wohl endgültig der von allen gejagte Favorit. Den ersten Versuch, dem Tabellenführer ein Bein zu stellen, startet am Samstag um 18.30 Uhr in der Krötenseeschule die HSG Fichtelgebirge.
Der Aufsteiger aus der BOL Oberfranken setzte sich recht forsch nicht nur den Klassenerhalt zum Ziel, sondern strebt durchaus nach höheren Weihen. Grund dafür ist nicht zuletzt der wohl prominenteste Neuzugang der Liga, der Tscheche Martin Kovar. Der vielfache tschechische Nationalspieler, der vor ein paar Jahren noch mit den Kadetten aus Schaffhausen in der EHF-Champions-League spielte, soll dem jungen Team von Trainer Markus Depolt den nötigen Rückhalt geben. In den ersten zwei Spielen klappte dies auch sehr gut. Beide Partien konnten gewonnen werden und die Liga schielte aufmerksam auf das Team aus dem Nordosten Bayerns. Doch danach setzte es zwei Niederlagen und die engagierte Truppe musste erkennen, dass die Landesliga doch kein Selbstläufer ist. Mit einem angeschlagenen Topstar Kovar reichte es letzte Woche im Heimspiel gegen den Mitaufsteiger TV Erlangen/Bruck nicht zum Sieg, die Partie wurde knapp mit 23:25 verloren.
Für die Herzogstädter ist die Aufgabe also relativ klar definiert. Kann man die „Lebensversicherung“ der Fichtelgebirgler ausschalten, ist die Mannschaft nur noch Mittelmaß und müsste von den zurzeit in Topform spielenden Sulzbacher beherrscht werden können. Der Mittelblock ist also gefragt, der eng stehen muss, um die überraschenden Schlagwürfe des Ausnahmespielers zu stören. Doch während im Angriff fast schon alles nach Plan läuft, hat die Defensive durchaus noch Luft nach oben. Dass die Gegner der Gastgeber kaum mehr als 20 Tore pro Spiel erzielen, liegt nicht zuletzt an den beiden Ausnahmekönnern im Sulzbacher Gehäuse, Zdenek Vojtech und Max von Borstel. Doch auch hier sah es letzte Woche bei der Gala gegen Winkelhaid schon viel besser aus und die Sulzbacher Abwehrrecken werden sich vor eigenem Publikum sicher vehement gegen den Superstar der Gäste stemmen.
Ein größeres Problem könnte hier die Einstellung auf dieses Spiel sein. Wenn es so gut läuft, ist man unbewusst oft nicht so konzentriert wie nötig und unterschätz den vermeintlichen Außenseiter. Hier wird Trainer Christian Rohrbach sicher dagegen arbeiten, denn aufgestiegen ist die Truppe aus dem Fichtelgebirge noch ohne den Ausnahmespieler und ist dadurch sicher kein Kanonenfutter.
HC Sulzbach: Vojtech, Von Borstel (Tor); Ströhl, Englhard, Krizek, Smolik, Meyer, Kreyßig Toni, Waitz, Forster, Schmidt, Kaspar, Kreyßig Björn, Baumgärtel
Bericht: cwh
