So langsam wird es eng im Abstiegskampf: trotz phasenweise richtig starkem Handball, einer 10:13-Halbzeitführung und einem zwischenzeitlichen 5-Tore-Vorsprung Mitte der zweiten Halbzeit reichte es am Ende wieder nicht zu etwas Zählbarem für den HC Sulzbach II. Mit der Schlusssirene kassierten sie den entscheidenden 29:28-Treffer beim TSV Neutraubling und stehen mal wieder ohne Punkte da.
Dabei sah es am Sonntag Abend lange Zeit gut aus für die Rohrbach-Truppe. Nach leichten Startschwierigkeiten hatte sich die HC-Deckung gut auf den Gegner, der ohne seinen Topscorer aus dem Hinspiel, Marvin Hoppe, auskommen musste, eingestellt. Einzig Rückraumspieler Boris Covic schaffte es immer wieder, Lücken in die Sulzbacher Abwehr zu reißen oder seine Nebenleute gut einzusetzen. Da der Sulzbacher Angriff aber leider zu diesem Zeitpunkt auch die nötige Durchschlagskraft und Konsequenz vermissen ließ, entwickelte sich ein äußerst torarmes Spiel. Gerade einmal 6:6 stand es nach etwa der Hälfte der ersten Halbzeit. Als TSV-Trainer Dejan Levkovsek in der 19. Spielminute sein Team-Time-Out nahm, sollte sich dies auf den weiteren Spielverlauf auswirken - allerdings zu Gunsten der Herzogstädter. Eine Manndeckung gegen Covic erwies sich als gute Maßnahme, denn den Gastgebern viel fortan im Angriff nicht mehr allzu viel ein. Sulzbach nutzte die Gunst der Stunde und konnte sich bis zur Halbzeit auf 10:13 absetzen.
Auch die zweite Hälfte wurde zunächst vom HCS bestimmt. Im Angriff führten die Mittelmänner Andreas Hausner und Marius Rösel geschickt Regie, und die Abwehr um Adrian Meta stand in dieser Phase auch recht sattelfest. Zwar konnte Neutraubling beim Stand von 14:15 wieder aufschließen, gestützt auf einige gute Paraden von HC-Keeper Mathias Prasse bescherte ein Zwischenspurt den Herzostädtern aber alsbald eine 15:20-Führung. Die mitgereisten Sulzbacher Anhänger in der gut gefüllten Neutraublinger Sporthalle glaubten zu diesem Zeitpunkt schon an ein versöhnliches Ende, doch leider sollte es anders kommen. Mit einem Mal war der Sulzbacher Spielfluss wie abgerissen, stattdessen versuchten die jungen Sulzbacher nun allzu oft, mit Einzelaktionen eine Vorentscheidung herbeizuführen. Genau darauf hatten die routinierten Neutraublinger gewartet. Bedingt durch etliche technische Fehler und Ballverluste der Herzogstädter pirschten sich die Gastgeber Tor um Tor heran (17:20, 19:21), ehe beim Stand von 22:22 erstmals wieder der Ausgleich hergestellt war. Zwar konnte Sulzbach bis zum 26:26 stets wieder ein Tor vorlegen, die Souveränität war aber dahin. Die Vorgaben von Trainer Christian Rohrbach wurden nun konsequent ignoriert, und alles, was in den 45 Minuten zuvor sowohl im Angriff als auch in der Abwehr noch gut geklappt hatte, war mit einem Schlag vergessen. Den Gastgebern war's einerlei, sie legten nun jeweils zum 27:26 und 28:27 vor. Sulzbach konnte 15 Sekunden vor Schluss noch zum 28:28 ausgleichen, ein Punktgewinn war also zumindest noch in Reichweite. Neutraubling spielte aber nun seine ganze Routine aus: Covic "zog" zwei Zeitstrafen gegen die übermotiviert agierende Sulzbacher Deckung, und Neutraubling konnte durch die daraus resultierende 6-gegen-3-Überzahl wenige Sekunden vor dem Ende ihren Rückraum Links Matteo Groß in Szene setzen. Dieser ließ sich diese freie Wurfgelegenheit nicht entgehen und schloss quasi mit dem Schlusspfiff des guten Schiedsrichtergespanns Peter Auer/Leif Pachuntke zum 29:28-Endstand ab.
"Es wäre zu einfach, diese bittere Niederlage wieder auf die Unerfahrenheit und fehlende Cleverness meiner jungen Mannschaft zu schieben. Allmählich müssen die Spieler kapieren, dass wir mitten im Abstiegskampf stecken und es uns nicht mehr erlauben können, Woche für Woche Punkte herzuschenken!", so ein sichtlich angefressener Trainer Christian Rohrbach nach dem Spiel.
HC Sulzbach II: Prasse (2 Siebenmeter gehalten), Männl; J. Rohrbach (7), Rösel (5), Schwegler (4), Hausner (3), Wismeth (3), Falk (3), Plößl (2/1), F. Rohrbach (1), Wertmiller, Meta, Steubl,Wendt