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Saison 2004/2005
Sonntag, 10. April 200516:30 Uhr

TSV FriedberggegenMJA

Heim

TSV Friedberg

:

Noch kein Ergebnis

Gast

MJA

Spielort

Halle noch nicht festgelegt

Zum Spiel

Vor- und Nachbericht

Vor dem Spiel

Endspiel

Entscheidung um die Bayerische Meisterschaft fällt am Sonntag in Friedberg

TSV Friedberg - SG Auerbach-Sulzbach

Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen über die gesamte Saison zwischen dem TSV Friedberg und der SG Auerbach-Sulzbach fällt die Entscheidung um den Meistertitel erst am letzten regulären Spieltag. Dabei bewiesen die Terminplaner ein glückliches Händchen: Mit dem Aufeinandertreffen beider Kontrahenten am Sonntag um 16.30 Uhr in Friedberg gelang ihnen ein echtes Endspiel, wie es dies seit Einführung der eingleisigen Bayernliga vor drei Jahren nicht mehr gegeben hat. Zur Ausgangsposition: Die SG liegt um einen Minuspunkt besser als Friedberg, hat aber noch ein Nachholspiel gegen Schwanberg zu absolvieren. Der Sieger vom Sonntag ist somit in jedem Fall Bayerischer Meister, nur bei einem Unentschieden würde die Entscheidung vertagt. Die SG benötigte dann wenigstens einen Punkt aus der Begegnung mit Schwanberg

Die aktuelle Tabelle verdeutlicht, wie sehr der TSV und die SG die Liga während der gesamten Spielzeit dominiert haben. Die beiden nächsten Verfolger Erlangen und Bayreuth weisen schon sieben Punkte Rückstand auf und haben ihre Ambitionen schon lange begraben müssen. In ihren letzten Spielen allerdings präsentierten sich die beiden Führenden nicht in Topform. Eine echte Überraschung war dabei die Niederlage von Auerbach-Sulzbach in Niederraunau. Auch bei Friedberg liegt ein Erfolgserlebnis schon längere Zeit zurück, man blieb sogar in den letzten zwei Partien ohne Sieg. Zunächst unterlag man in Erlangen und dann kam man auch in Bayreuth nicht über ein Unentschieden hinaus. Die sich für beide Kontrahenten anschließende Spielpause macht die Einschätzung des aktuellen Leistungsstandes schwer. Der TSV pausiert seit drei Wochen, die SG hat sogar seit fünf Wochen kein Pflichtspiel mehr bestritten.

Schon deshalb fällt die Festlegung auf einen klaren Favoriten für das Endspiel schwer und auch nach Papierform ist die Partie als völlig offen zu bezeichnen. Der Heimvorteil ist auf Seiten der Friedberger, für die Gäste spricht, dass sie gegen die Spitzenteams bisher immer hellwach waren und sich keine Schwäche geleistet haben. Das Hinspiel konnte Auerbach-Sulzbach mit 32 : 20 Toren knapp für sich entscheiden. Die Zuschauer sahen ein begeisternde Spiel, in dem die Gastgeber bis Mitte der ersten Hälfte perfekten Handball zeigten und schon mit 14 : 6 in Führung lagen. Mit großem Kampfgeist arbeiten sich die Friedberger wieder bis auf zwei Tore heran und vor allem die zweite Hälfte bot Spannung und auf hohem Niveau stehende Spielkunst von beiden Seiten. Auch am Sonntag ist eine enge und umkämpfte Partie zu erwarten. Für beide Teams wird die Belastung vor voll besetzten Rängen, allein aus Auerbach und Sulzbach sind 150 Zuschauer zu erwarten, groß sein, Nervenstärke und Tagesform werden den Ausschlag geben.

Zusätzlichen Zündstoff erhält die Begegnung dadurch, dass sich Oberpfälzer und Schwaben schon einmal in einem Finale gegenüber standen. Vor vier Jahren traf man sich bei den Finalspielen um den Bayerntitel in der C-Jugend. Beiden Mannschaften gelang jeweils ein Sieg, der Titel ging wegen des um zwei Tore höheren Erfolgs im Hinspiel an Friedberg. Aus den damaligen Teams sind heute noch jeweils sechs Spieler dabei. Die Akteure auf Seiten der SG sind natürlich besonders motiviert, an ein Teilergebnis von damals anzuschließen und damit den Spieß diesmal umzudrehen: In Friedberg gelang nämlich ein Sieg mit einem Tor Vorsprung – und das würde am Sonntag voll und Ganz zur Meisterschaft reichen.

Aufstellung: Max von Borstel, Marko Weih, Joachim Schmidt, Ralph Weiss, Matthias Schnabl, Matthias Tannenberger, Maxi Hofmann, Johannes Deinzer, Alex Kellner, Peter Englhard, Michael Waitz, Matthias Schnödt, Frank Herold

Nach dem Spiel

Bayerischer Meister

Hochverdienter Sieg im Heimspiel in Friedberg

TSV Friedberg - SG Auerbach-Sulzbach 26 : 30 ( 12 : 17 )

Die SG Auerbach-Sulzbach ist Bayerischer Meister und wiederholt damit ihren Triumph aus der Spielzeit 2002/2003. In einem packenden Endspiel vor 700 Zuschauern in der vollbesetzten Friedberger Halle boten die Oberpfälzer eine souveräne und meisterliche Leistung und behielten gegen stark spielende Gastgeber mit 30 : 26 die Oberhand. Nach fünfwöchiger Spielpause war die Mannschaft der Trainer Ingo Renner und Winfried Schnödt körperlich und mental auf den Punkt topfit. Die Gäste dominierten die Partie über die gesamte Spielzeit und wurden dabei von den 150 mitgereisten Fans aus Auerbach und Sulzbach, die das Spiel für die SG zum Heimspiel in Friedberg machten, frenetisch unterstützt.

Verständliche Nervosität begleitete Anfangsphase besonders auf Seiten der SG. Nach vier Minuten hatte man von den gut leitenden Unparteiischen Kastenmeier und Kube bereits die dritte Zeitstrafe erhalten und war mit zwei Mann in Unterzahl. Wie richtig die beiden Schiedsrichter mit dieser konsequenten Linie lagen zeigte sich im weiteren Spielverlauf. Die hitzigen Gemüter kühlten sich ab, die Begegnung verlief von da ab trotz ihrer Bedeutung vorbildlich fair. Die Gastgeber nutzten die Überzahl zur 2 : 1 Führung, es sollte ihre letzte bleiben. Nach dem Zwischenstand von 3 : 3 nahm die SG das Heft in die Hand und setzte sich mit drei Toren in Folge ab. Man verstand es jetzt glänzend, im Angriff sowohl druckvoll als auch sicher zu agieren, leistete sich kaum Ballverluste und verwertete die Chancen nahezu hundertprozentig. Damit hatten die Schwaben nur wenig Gelegenheit eines ihrer Hauptangriffsmittel, den Tempogegenstoß, einzusetzen. Auch im Rückzugsverhalten nach Toren setzte die SG die vorgegebene Marschroute um, so dass die Friedberger auch über das schnelle Ausführen der Anwürfe (Schnelle Mitte) nur noch selten zu zwingenden Aktionen kamen. Gegen den Positionsangriff des TSV stand die Abwehr vor einem erneut überragenden Torwart Max von Borstel überwiegend gut, Probleme entstanden immer dann, wenn man im Zweikampf zu unentschlossen handelte. Derartige Fehler bestraften die technisch starken und sehr flexibel spielenden Gastgeber vor allem über ihre Außenpositionen.

Nur kurz wackelte die SG noch einmal als Friedberg von 5 : 9 bis auf 8 : 9 herankam. Doch auch diese Phase war schnell überwunden, ruhig und gelassen baute man den Vorsprung wieder auf vier Tore aus. Die Rückraumreihe mit Maxi Hofmann, Matthias Schnödt und Michael Waitz zeigte sich von ihrer besten Seite und erhielt von Frank Herold, Joachim Schmidt und Alex Kellner auf den Außen- und Kreispositionen kräftige Unterstützung. Auch als man vor der Pause auf mehreren Positionen wechselte entstand kein Bruch. Die neu ins Spiel gekommenen Ralph Weiss, Johannes Deinzer, Peter Englhard und Matthias Tannenberger standen ihren Mann und hielten das hohe Niveau. Beim 17 : 11 lag man erstmals mit 6 Toren vorn, musste aber kurz vor dem Pausenpfiff noch den Gegentreffer auf 12 : 17 hinnehmen.

Die zweite Halbzeit begann mit der erwarteten Offensive der Gastgeber. Zwei Treffer in Folge weckten bei ihnen und ihren Zuschauern neue Hoffnung, doch auch davon ließen sich die abgeklärt spielenden Gäste nicht aus dem Konzept bringen. Mit kühlem Kopf und gehörig Selbstvertrauen übernahm die SG wieder die Leitung im Spiel. Trotz einer direkten Deckung gegen Waitz baute man bis zur 40. Minute den Vorsprung bis auf 7 Tore aus. Damit war der Widerstand gebrochen, Auerbach-Sulzbach kontrollierte das Spiel und hielt den Vorsprung immer zwischen fünf und sieben Toren. Bereits 10 Minuten begannen die Fans die Meisterschaft zu feiern und beim Schlusspfiff gab es dann kein Halten mehr. Das Spielfeld war voller feiernder Spieler und Zuschauer und es dauerte einige Zeit, bis der Präsident des Bayerischen Handballverbands Gerd Tschochohei die Meisterehrung vornehmen und die Meisterschaftsurkunde an den Mannschaftskapitän Matthias Schnödt überreichen konnte. Dabei würdigte er neben der großartigen Leistung beider Teams auch das tolle Verhalten der Zuschauer, die das Spiel zu einem echten Handballfest machten.

Als Bayerischer Meister hat sich die SG für die Süddeutsche Meisterschaft qualifiziert. Man trifft dort wahrscheinlich wieder auf einen alten Bekannten, den Deutschen Meister 2002/2003 in der B-Jugend TV Kornwestheim. Die beiden Spiele werden im Mai stattfinden. Vorher besteht noch einmal Gelegenheit, den frischgebackenen bayerischen Champion in einem Heimpartie zu sehen. Am nächsten Sonntag findet um 15.00 Uhr das Nachholspiel gegen die HSG Schwanberg/Main in Auerbach statt.

Aufstellung: Max von Borstel, Marko Weih, Maxi Hofmann (8/4), Matthias Schnödt (3), Frank Herold (1), Matthias Tannenberger (1), Ralph Weiss (2), Johannes Deinzer (1), Joachim Schmidt (3), Peter Englhard, Michael Waitz (9/2), Alexander Kellner (2), Matthias Schnabl