Vor dem Spiel
Endspiel
Entscheidung um die Bayerische Meisterschaft fällt am Sonntag in Friedberg
TSV Friedberg - SG Auerbach-Sulzbach
Nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen über die gesamte Saison zwischen dem TSV Friedberg und der SG Auerbach-Sulzbach fällt die Entscheidung um den Meistertitel erst am letzten regulären Spieltag. Dabei bewiesen die Terminplaner ein glückliches Händchen: Mit dem Aufeinandertreffen beider Kontrahenten am Sonntag um 16.30 Uhr in Friedberg gelang ihnen ein echtes Endspiel, wie es dies seit Einführung der eingleisigen Bayernliga vor drei Jahren nicht mehr gegeben hat. Zur Ausgangsposition: Die SG liegt um einen Minuspunkt besser als Friedberg, hat aber noch ein Nachholspiel gegen Schwanberg zu absolvieren. Der Sieger vom Sonntag ist somit in jedem Fall Bayerischer Meister, nur bei einem Unentschieden würde die Entscheidung vertagt. Die SG benötigte dann wenigstens einen Punkt aus der Begegnung mit Schwanberg
Die aktuelle Tabelle verdeutlicht, wie sehr der TSV und die SG die Liga während der gesamten Spielzeit dominiert haben. Die beiden nächsten Verfolger Erlangen und Bayreuth weisen schon sieben Punkte Rückstand auf und haben ihre Ambitionen schon lange begraben müssen. In ihren letzten Spielen allerdings präsentierten sich die beiden Führenden nicht in Topform. Eine echte Überraschung war dabei die Niederlage von Auerbach-Sulzbach in Niederraunau. Auch bei Friedberg liegt ein Erfolgserlebnis schon längere Zeit zurück, man blieb sogar in den letzten zwei Partien ohne Sieg. Zunächst unterlag man in Erlangen und dann kam man auch in Bayreuth nicht über ein Unentschieden hinaus. Die sich für beide Kontrahenten anschließende Spielpause macht die Einschätzung des aktuellen Leistungsstandes schwer. Der TSV pausiert seit drei Wochen, die SG hat sogar seit fünf Wochen kein Pflichtspiel mehr bestritten.
Schon deshalb fällt die Festlegung auf einen klaren Favoriten für das Endspiel schwer und auch nach Papierform ist die Partie als völlig offen zu bezeichnen. Der Heimvorteil ist auf Seiten der Friedberger, für die Gäste spricht, dass sie gegen die Spitzenteams bisher immer hellwach waren und sich keine Schwäche geleistet haben. Das Hinspiel konnte Auerbach-Sulzbach mit 32 : 20 Toren knapp für sich entscheiden. Die Zuschauer sahen ein begeisternde Spiel, in dem die Gastgeber bis Mitte der ersten Hälfte perfekten Handball zeigten und schon mit 14 : 6 in Führung lagen. Mit großem Kampfgeist arbeiten sich die Friedberger wieder bis auf zwei Tore heran und vor allem die zweite Hälfte bot Spannung und auf hohem Niveau stehende Spielkunst von beiden Seiten. Auch am Sonntag ist eine enge und umkämpfte Partie zu erwarten. Für beide Teams wird die Belastung vor voll besetzten Rängen, allein aus Auerbach und Sulzbach sind 150 Zuschauer zu erwarten, groß sein, Nervenstärke und Tagesform werden den Ausschlag geben.
Zusätzlichen Zündstoff erhält die Begegnung dadurch, dass sich Oberpfälzer und Schwaben schon einmal in einem Finale gegenüber standen. Vor vier Jahren traf man sich bei den Finalspielen um den Bayerntitel in der C-Jugend. Beiden Mannschaften gelang jeweils ein Sieg, der Titel ging wegen des um zwei Tore höheren Erfolgs im Hinspiel an Friedberg. Aus den damaligen Teams sind heute noch jeweils sechs Spieler dabei. Die Akteure auf Seiten der SG sind natürlich besonders motiviert, an ein Teilergebnis von damals anzuschließen und damit den Spieß diesmal umzudrehen: In Friedberg gelang nämlich ein Sieg mit einem Tor Vorsprung – und das würde am Sonntag voll und Ganz zur Meisterschaft reichen.
Aufstellung: Max von Borstel, Marko Weih, Joachim Schmidt, Ralph Weiss, Matthias Schnabl, Matthias Tannenberger, Maxi Hofmann, Johannes Deinzer, Alex Kellner, Peter Englhard, Michael Waitz, Matthias Schnödt, Frank Herold
