Sulzbach (lis). In einer weniger guten Bayernligapartie konnten sich die Sulzbacher Handballerinnen am Ende noch glücklich mit 25:22 (12:11) durchsetzen und bleiben damit weiterhin auf Platz fünf in der Tabelle. Spielerisch konnte man an diesem Tag zwar nicht überzeugen, aber wenigstens die Einstellung stimmte. Trotz sieben vergebener Siebenmeter in diesem Spiel, ließen sich die Herzogstädterinnen nicht beirren und überstanden sogar eine 2:6 Unterzahlsituation, ohne in größeren Rückstand zu geraten. Die Gäste aus dem Allgäu hielten zu Beginn gut mit und erspielten sich durch druckvolles Angriffsspiel viele gute Torchancen. Sulzbach wirkte in der Abwehr völlig orientierungslos und konnte sich nur schwer auf den Gegner einstellen. So kam es, wie es kommen musste: die SG Waltenhofen/Kottern spielte beherzt auf und ging schließlich nicht unverdient mit 2:3 in Führung. Angeführt von Julia Stransky gelang es dem Tabellenvorletzten diese sogar über 4:6 auf 5:8 ausbauen. Im HC-Angriff fehlte besonders die Dynamik und der Zug zum Tor. Allein Petra Fleißner versuchte sich im eins-gegen-eins durchzusetzen und wurde oft strafwurfreif gefoult. Hier zeigte sich allerdings eine bis dato unbekannte Schwäche der Gastgeberinnen: den sonst so eiskalten Siebenmeterschützen Maria Schlosser und Melli Kopp versagten die Nerven und die SG-Schlussfrau hatte leichtes Spiel die Würfe zu parieren. Aber auch Sulzbach hatte mit Babsi Viechtl eine klasse aufgelegte Keeperin zwischen den Pfosten, die viele Großchancen der Gäste zunichte machte und letztendlich Garant für den Sieg war. In der Defensive kehrte allmählich mehr Stabilität ein und durch besseres Stellungsspiel eroberten sich die HC-Mädels viele Bälle, die über Tempogegenstöße meist erfolgreich abgeschlossen wurden. Der drei Tore Rückstand konnte egalisiert werden und Sulzbach war wieder im Spiel. Kurz vor der Halbzeitpause glänzten beide Mannschaften mit vielen technischen Fehlern, doch Sulzbach hatte Glück und konnte mit einem 12:11 in die Kabine gehen. Nach dem Seitenwechsel lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagaustausch und keine Mannschaft und konnte sich entscheidend absetzen. Bei den Herzogstädterinnen wurde Spielmacherin Lisa Steiner schmerzlich vermisst, die im Angriff für mehr Spielwitz hätte sorgen können. Der HC Sulzbach agierte oft ideenlos und sah auch in Überzahl nicht besonders gut aus. In der Defensive lief es dagegen besser als zu Spielbeginn und Kottern tat sich bedeutend schwerer. Doch in der 45. Spielminute waren den auf beiden Seiten konfus pfeifenden Schiedsrichtern eindeutig zu viele Sulzbacherinnen auf dem Spielfeld und so schickten sie binnen kürzester Zeit ohne jegliches Fingerspitzengefühl insgesamt vier HC-Feldspielerinnen für je zwei Minuten auf die Bank. Der HC Sulzbach folglich mit nur noch zwei Spielerinnen plus Torfrau auf der Platte. In dieser vierfachen Unterzahl konnten die Gäste auf 18:21 erhöhen, kassierten aber ebenfalls eine Zweiminutenzeitstrafe, die dritten für Isabell Seidel, die ihrer Mannschaft deshalb nur noch von der Tribüne aus zusehen konnte. Als Sulzbach allmählich wieder komplett war, schienen die Spielerinnen wie ausgewechselt und nahmen ihr Herz endlich in die Hand. In der Abwehr sorgte Krissi Steiner für Ordnung und im Angriff setzte man von jeder Position entscheidende Akzente: Rechtsaußen Julia Haske gelang nicht nur ein sehenswerter Treffer, sondern mit ihr wurde auch eine wichtige Siebenmeterschützin gefunden, die den Ball sicher im Tor versenkte. Melli Kopp konnte sich mit schnellem Haken auf der Mitte durchsetzen, Maria Schlosser gelang endlich ein Treffer aus zweiter Reihe, Kristina Steiner setzte sich am Kreis durch und Linksaußen Vroni Herrmann versenkte den Ball unhaltbar lang flach. Aus einem 18:21 Rückstand erspielten sich die Herzogstädterinnen eine 25:21 Führung und holten sich mit viel Cleverness in den letzten Spielminuten einen wichtigen 25:22 Heimsieg.
HC Sulzbach:
Tor: Babsi Viechtl, Doris Hänelt; Feld: Melli Kopp (8/2), Petra Fleißner (4), Maria Schlosser (3), Julia Haske (3/1), Franzi Scheidler (2), Vroni Herrmann (2/1), Tanja Pelikan (1), Kristina Steiner (1), Andrea Himmerer, Karo Fuchs, Marina Mühlberger;