Vor dem Spiel
Über die Schmerzgrenze gehen
Gegen den HC Erlangen ist Wiedergutmachung angesagt
Die Lage in der Handball-Bayernliga spitzt sich so langsam zu. Nach der doch etwas überraschenden Niederlage der Herzogstädter in Winkelhaid ist die Situation im Abstiegskampf enger denn je. Die Teams aus Sulzbach (9 Punkte), Roding, Coburg und Bayreuth (je 8 Punkte) und Winkelhaid (6 Punkte) werden die Absteiger wohl unter sich ausmachen. Entscheidend werden hier die Punkte in den direkten Duellen sein, umso schlimmer ist die Pleite der Sulzbacher am letzten Wochenende in Winkelhaid zu bewerten. Wichtig wäre es deshalb, wenn diese Scharte gegen eines der höher angesiedelten Teams ausgewetzt werden könnte und dazu haben die Oberpfälzer am Samstag um 15.30 Uhr in der Krötenseehalle gegen den HC Erlangen II die Möglichkeit.
Den Gegner aus Universitätsstadt lassen die Rechenspiele der Teams am Tabellenende völlig kalt. Mit 20:10 Punkten liegt man gesichert im Mittelfeld der Liga und braucht sich nach hinten keine Sorgen mehr machen. Die Jungs von Trainer Stefan Mittag können sich nach der 31:33-Heimniederlage am vergangenen Wochenende gegen den TSV Rödelsee, aber auch den Blick an die Spitze sparen. Einen Trainingsspielcharakter wird die Partie für die Franken aber dennoch noch nicht besitzen. Für die junge Truppe ist jede Partie auch ein Schaulaufen für die Zweitligamannschaft der Erlanger, und das bedeutet, dass die Franken sicher wieder Vollgas geben werden. Die Unbekümmertheit und jugendliche Frische ist auch das große Plus der sehr ausgeglichen besetzten Mannschaft und wenn es dann doch mal Ernst wird, hilft die Routine des Ex-Bundesligacracks Tobias Wannenmacher. Schon im Hinspiel drehte er die Partie nach einer Halbzeitführung der Herzogstädter noch zu einem 35:28-Sieg seiner Jungs.
In der Herzogstadt gab es nach der Pleite in Winkelhaid natürlich erhöhten Redebedarf. Nach intensiver Nachbetrachtung des Spiels schlug der Coach aber vor den „Resetknopf“ zu drücken. Die Mannschaft soll sich freimachen vom Frust der letzten Niederlagen und mit der Erinnerung an die gezeigten Leistungen in der ersten Phase der Meisterschaft in die Partie gehen. Der Coach wird dem gleichen Kader die Chance zur Wiedergutmachung geben und die Jungs werden am Samstag sicher mit viel Wut im Bauch auflaufen. Vor allem die Abwehr muss sich am Samstag daran messen lassen, ob sie Bayernligareife besitzt. Nur vier Zeitstrafen im ganzen Spiel und davon drei wegen dummen Nachschlagens sind zwar ehrenwert, doch wir wollen keinen Fairnesspokal gewinnen sondern den Klassenerhalt sichern.
Mit der Hilfe des hoffentlich immer noch treuen Sulzbacher Publikums im Rücken und mit einer Leistung, die weit über die Schmerzgrenze hinausgeht, besteht durchaus Hoffnung auf einen Erfolg gegen die Franken. Zumindest müssen die Cracks des HCS mit erhobenem Haupt die Halle verlassen können um mit frischer Motivation in die nächsten Duelle gegen die direkten Konkurrenten zu gehen.
HC Sulzbach: Von Borstel, Vojtech (Tor); Meyer, Kaspar, Waitz, Smolik, Blödt, Englhard, Forster, Ströhl, Wertmiller, Krizek, Braun
Bericht: cwh
