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Saison 2004/2005
Sonntag, 14. November 200416:00 Uhr

SV AnzinggegenMJA

Heim

SV Anzing

:

Noch kein Ergebnis

Gast

MJA

Spielort

Halle noch nicht festgelegt

Zum Spiel

Vor- und Nachbericht

Vor dem Spiel

Reise zum Liganeuling Anzing

SV Anzing - SG Auerbach-Sulzbach

Nach drei Heimspielen in Folge geht es am kommenden Wochenende für die SG Auerbach-Sulzbach wieder auf Reisen. Dabei hat man am Sonntag um 16.00 Uhr beim SV Anzing, einen Neuling in der Bayernliga, anzutreten.

Der SV Anzing ist für die Gäste ein weitgehend unbeschriebenes Blatt. Noch nie trafen beide Mannschaften aufeinander und was Stärken und Schwächen betrifft, ist man auf Informationen aus dritter Hand angewiesen. Die Oberbayern qualifizierten sich gemeinsam mit dem TSV Weilheim für die höchste bayerische Spielklasse und schalteten dabei überraschend Gerolzhofen aus. Ihre ersten vier Saisonspielen bestritten sie ausnahmslos zu Hause und erzielten dabei zwei Siege gegen Ingolstadt und Bayreuth. Gegen die Spitzenmannschaften aus Niederraunau und Friedberg musste man Niederlagen hinnehmen. War es gegen Niederraunau mit 20 : 22 noch knapp, so gab es gegen Friedberg mit 17 : 27 eine deutliche Packung. Mit 4 : 4 Punkten und 93 : 93 Toren stehen die Gastgeber auf Platz 5 der aktuellen Tabelle, ein Mittelplatz ist auch das Saisonziel der Mannschaft.

Wie schon die Torbilanz ausweist liegt die Stärke der Mannschaft in ihrer kompakten Abwehr, die nicht nur auf Torverhinderung ausgelegt ist, sondern auch Ballgewinne zu einem sehr effektiven Gegenstoßspiel nutzt. Hauptstützen des SV sind die Torhüter Fabian Fiedler und Max Diepenbruck, bei den Feldspielern setzt vor allem Max Haberthaler die Akzente, auf den die SG auch im Positionsangriff besonders achten muss.

Hinsichtlich des Punkte- und des Tabellenstands läuft bei der SG derzeit alles optimal. Gemeinsam mit dem TSV Friedberg, der positiven Überraschung der Saison, liegt man verlustpunktfrei an der Tabellenspitze, während der vorher als großer Favorit gehandelte HC Erlangen schon mit 6 Punkten Rückstand abgeschlagen ist. Dennoch ist man bei den Oberpfälzern mit der gezeigten Leistung nicht rundum zufrieden. In der Mannschaft steckt mehr und vom Leistungsstand der letzten beide Jahre ist man noch ein Stück entfernt. Nicht alle Spieler zeigen bisher ihre Normalform, bei einigen liegen die Schwankungen zwischen „Welt- und Kreisklasse“. Für die Trainer Renner und Schnödt stehen deshalb am Sonntag zwei Dinge im Vordergrund: Zum einen möchte man zwei Punkte aus Anzing entführen, was sicher nur mit Konzentration und Engagement möglich sein wird. Zum anderen liegt das Augenmerk auf einer Verbesserung der Geschlossenheit in allen Mannschaftsteilen. Immerhin stehen die Spiele gegen die diesjährigen Spitzenteams noch aus und dort hängen die Trauben höher als das bisher der Fall war.

Aufstellung: von Borstel, Weih, Waitz, Schmidt, Kellner, Englhard, Hofmann, Herold, Schnödt, Tannenberger, Weiss, Schnabl

Nach dem Spiel

A-Jugend mit Januskopf

SV Anzing - SG Auerbach-Sulzbach 19 : 33 (13 : 12!)

Die SG Auerbach-Sulzbach bleibt auch nach dem 6. Spieltag ohne Verlustpunkt. Die Aufgabe beim Liganeuling SV Anzing bewältigte man mit 33 : 19 letztlich souverän, allerdings zeigte die Mannschaft zwei Halbzeiten, wie sie leistungsmäßig nicht weiter auseinander liegen können. Nachdem auch Friedberg sein Spiel in Schwanberg mit 36 : 25 gewinnen konnte und damit seine weiße Weste wahrte, bleiben die Schwaben gemeinsam mit der SG an der Tabellenspitze. Der Abstand zum Dritten Niederraunau, dem nächsten Gegner der SG, ist nach dessen überraschender Heimniederlage gegen Bayreuth bereits auf vier Punkte angewachsen.

„Von allen guten Geistern verlassen“ ist wohl die treffende Beschreibung für die Vorstellung der SG in Anzing während der ersten dreißig Minuten. Selbst die in der bisherigen Saison nicht gerade durch übertriebenes Engagement ihrer Schützlinge verwöhnten Trainer Renner und Schnödt konnten sich nicht an eine vergleichbar desolate Leistung in den letzten Jahren erinnern. Ohne Mumm und Konzentration machte man sich das Leben schwer und einen zwar couragierten, aber eigentlich in allen Belangen unterlegenen Gegner stark. Um 12 Tore zu erzielen, benötigte man 25 Versuche aus bester Position und verhalf dem guten Torhüter der Gastgeber Fabian Fiedler zum Titel des auffälligsten Akteurs der ersten Hälfte. Hinzu kamen noch eine Vielzahl technischer Fehler und ungenauer Pässe, die die Oberbayern zu Tempogegenstößen geradezu einluden. Auch in der Abwehr hatte man gegen den ohne echte Rückraumschützen agierenden Positionsangriff des SV seine liebe Not, was nicht zuletzt zwei Strafzeiten nach nur zehn Minuten gegen den ab diesem frühen Zeitpunkt bereits rotgefährdeten Mannschaftskapitän Matthias Schnödt ausweisen. So war es nur folgerichtig, dass die Hausherren mit 13 : 12 Toren zur Halbzeit führten, für die Pausenbesprechung waren dicke Luft angesagt und klare Worte nötig.

Wie ausgewechselt trat die SG dann in der zweiten Hälfte auf. Den Grundstein für eine unter völlig neuen Vorzeichen stehende Partie legte die ab dem Anpfiff sehr konsequente Abwehrarbeit. Zwar musste man zunächst das 14 : 12 durch eine Zufallsaktion hinnehmen, doch dann hatte Anzing nichts mehr zu bestellen. Die Gäste zeigten die vorher vermisste Beweglichkeit und Zweikampfstärke und nutzten dabei ihre Routine aus mehreren Jahren in der bayerischen Spitze und den Einsätzen im Herrenbereich. Davon zeigten sich die jungen und unerfahrenen Anzinger stark beeindruckt, zumal die beiden Schiedsrichterinnen Elfinger und Radlinger ihre Linie beibehielten, Fouls auf beiden Seiten und Zeitspiel gleich ahndeten und keine Geschenke an den Schwächeren verteilten. Dies sollte in der Bayernliga eigentlich selbstverständlich sein, war aber in den bisherigen Spielen nicht immer so. Die Gäste zeigten jetzt Handball auf höchstem Niveau und verwandelten mit zehn Toren in Folge den Rückstand bis Mitte der zweiten Halbzeit in eine 22 : 14 Führung. Fast nach Lehrbuch schaltete die gesamte Mannschaft schnell von Abwehr und Angriff um und ließ Anzing keine Zeit mehr zum Verschnaufen. Für den Wechsel vom Schnell- zum Positionsangriff fand man auf einmal den richtigen Zeitpunkt und erzielte nach 1-1 Aktionen und sicherem Passspiel sehenswerte Tore. Im Gegensatz zu den bisherigen Spielen und sehr zur Freude ihrer Trainer ruhten sich die Spieler diesmal aber nicht auf dem Vorsprung aus, sondern gaben bis zum Schluss Gas und erzielten mit 33 : 19 den bisher höchsten Sieg der Saison.

Die SG hat in dieser Partie wie nie zuvor Leistungsextreme in beide Richtungen gezeigt. Es fällt schwer, aus einer in der ersten Halbzeit geschlossen schlecht und der zweiten Halbzeit geschlossen überragend spielenden Mannschaft einzelne Spieler herauszuheben. Wichtig war aber in jedem Fall, dass Frank Herold und Matthias Schnödt deutlich sichtbar die Führungsrolle auf dem Spielfeld zu einem Zeitpunkt übernommen haben, als dies dringend nötig war. Es war beeindruckend, wie man dann gemeinsam einem verfahrenen Spiel eine derartige Wende geben konnte und auch in dieser Höhe völlig verdient gewann. Für die nächsten Spiele ist zu hoffen, dass man sich an Einstellung und Leistung der zweiten Hälfte orientiert, denn dann wird es für jeden Gegner sehr schwer die SG zu schlagen.

Aufstellung: von Borstel, Waitz (6), Kellner (4), Schmidt (3), Englhard (1/1), Schnödt (8/2), Hofmann (5/1), Herold (4), Tannenberger, Weiss (2)