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Saison 2008/2009
Samstag, 04. April 200917:30 Uhr

TS 1887 SelbgegenHerren I

Heim

TS 1887 Selb

:

Noch kein Ergebnis

Gast

Herren I

Spielort

Halle noch nicht festgelegt

Zum Spiel

Vor- und Nachbericht

Vor dem Spiel

In Selb hängen die Trauben hoch

Fichtelgebirgsteam bester Aufsteiger der Saison

Nach der enttäuschenden 32:34-Heimniederlage der Sulzbacher Handballer gegen den MTV Stadeln am letzten Wochenende, beginnen, nach einem Blick auf die Tabelle, auch in der Herzogstadt so langsam die Hochrechnungen. Wenn man von vier Absteigern ausgeht, haben sich die TG Heidingsfeld und der TV Erlangen-Bruck bereits in die Bezirksoberliga verabschiedet. Auch die TS Herzogenaurach hat mit vier Punkten Rückstand ( bei noch drei Spielen ) nur noch theoretische Chancen auf dem Klassenerhalt. Größere Hoffnungen hat der ASV Cham, der nur zwei Punkte hinter dem rettenden 10. Tabellenplatz liegt. Nur drei Punkte vor den Bayerwäldern liegt der HC Sulzbach, der damit auch noch nicht alle Tücher im Trockenen hat. Zwar spricht das Restprogramm für die Herzogstädter, die an den letzten Spieltagen die beiden Absteiger aus Heidingsfeld und Erlangen als Gegner haben, doch sollte man sich darauf nicht verlassen und versuchen, die rettenden Punkte schon eher zu holen.

Eine Möglichkeit dazu, wäre ein Punktgewinn am Samstag um 17.30 Uhr bei der Turnerschaft Selb. Doch der Oberfrankenmeister des Vorjahres präsentierte sich als bester Aufsteiger in der Landesliga und ist als sicherer Tabellenfünfter, erstens längst aller Sorgen beraubt und zweitens klarer Favorit in dieser Partie. Das Spiel findet in der Roland-Daschner Halle in der Sedanstr. 2 in Selb statt.

Trotz eines 31:27-Hinspielerfolges hat der Gastgeber diesmal wohl die besseren Karten. Während die Jungs aus dem Fichtelgebirge vor allem in heimischer Halle kaum zu schlagen sind, fehlt der Gömmel-Truppe in den letzten Wochen der letzte Wille zum Sieg. Natürlich liegt das auch daran, dass sich die Personalsituation der Herzogstädter von Woche zu Woche verschlechtert. Jüngstes Opfer ist Abwehrchef Christian Rohrbach, der nach seinem Nasenbeinbruch die Saison abhaken muss. Auch Michael Waitz und Thomas Hartmann laborieren an Verletzungen und sind noch nicht sicher im Kader. So wird sich Trainer Ingo Gömmel wohl personell wieder aus der spielstarken Reserve bedienen müssen, die ja längst ihr Soll in der BOL erfüllt hat.

Es scheint also eine fast unlösbare Aufgabe zu sein, doch gerade mit dem Rücken zur Wand und dem Herz in der Hand, sind die Sulzbacher immer für eine positive Überraschung gut.

HC Sulzbach: Güthe, Vojtech (Tor); Andörfer, Baumgärtel, Waitz, Braun, Hartmann, Munker, Artz, Moritz, Nachtman, Forster, Stauber, Ströhl

Bericht: cwh

Nach dem Spiel

Sulzbacher Lazarett zerlegt TS 1887 Selb!

Start-Ziel-Sieg bringt Klassenerhalt fast unter Dach & Fach

Ein Aufatmen geht durch die Herzogsstadt, denn mit dem Sieg beim TS 1887 Selb konnte die erste Mannschaft des HC Sulzbach den Abwärtstrend der letzten Wochen endlich stoppen und gleichzeitig fast schon einen Haken hinter den Klassenerhalt machen.

Für die meisten ungeübten Zuschauer erschien die Abwehrformation des HCs ebenso skurril wie das Aufgebot der 'Ersten', denn mit Stefan Ströhl, Jürgen Brandt, Oliver Ott und Joachim Schmidt standen vier nominelle Herren-II Spieler mit auf dem Spielberichtsbogen. Doch da alle drei Mittelblocker des HCs im Laufe der Saison mehr oder weniger auf der Strecke blieben, musste sich HC-Trainer Ingo Gömmel etwas einfallen lassen und machte aus der personellen Not eine spielerische Tugend. Das gesamte Spiel über agierte die Sulzbacher Hintermannschaft in einer offensiven 4-2-Deckungsvariante, was den Hausherren so gar nicht schmeckte. Nach dem 3:3 Ausgleich provozierte die enorm laufintensive und aufzehrende Abwehrarbeit Fehler um Fehler bei dem Team aus Selb, das teilweise gar nicht mehr wusste wohin mit dem Ball. Auf Sulzbacher Seite hingegen wussten vor allem Stefan Moritz und Sebastian Braun ganz genau wohin mit dem Ball, und erzielten zusammen mit insgesamt 15 Treffern die Hälfte aller Sulzbacher Tore am vergangenen Samstag. Dementsprechend setzte sich das HC-Team mit vier Treffern in Folge auf 7:3 ab und verteidigte diese Führung, wenn auch mit einigen Schönheitsfehlern, bis zum Schluss. Zur Halbzeit stand es dann 14:11 und auch Ingo Gömmel hatte wenig zu bemängeln an der Leistung seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit.

Klar war jedoch, dass der heimstarke Landesliga-Fünfte sich nach der Halbzeit anschicken würde, ein anderes Gesicht vor heimischer Kulisse zu zeigen um seiner Favoritenrolle doch noch gerecht zu werden. Doch mit diesem Gedanken im Hinterkopf erschien die Gegenwehr der Hausherren in 'Halbzeit-Zwei' kaum der Rede wert und viel mehr wies die zusammengewürfelte HC-Truppe den Oberfrankenmeister des Vorjahres in seine Schranken. Nie schien der Auswärtserfolg wirklich in Gefahr und die anhaltende Konzentration und das 'Nicht-Locker-Lassen' über 60 Minuten hinweg überzeugte die mitgereisten Fans auch auf Grund der dünnen Personaldecke. Mit drei oder vier Toren lag der HC meist in Front und vor allem das Herren-II-Talent auf Linksaußen, Stefan Ströhl, nutzte die sich bietenden Freiräume nun konsequent aus und avancierte zum 'Knipser'. (15:18 – 16:20) Doch wie schon in der ersten Halbzeit fingen 'Zachi' & Co. an, etwas fahrlässig die Fahrkarten in der Offensive zu verteilen und so landete der eine oder andere Sulzbacher Wurf näher an der Decke, als am Gehäuse der Heimmannschaft, die wiederum nie aufsteckte, und beim Zwischenstand von 24:23 wieder nach dem Ausgleich griff. - Doch die offensive Abwehr der Sulzbacher machte ihnen auch hier einen Strich durch die Rechnung, indem immer ein Abwehrspieler zur Stelle war, der ihnen ordentlich auf die ausgestreckte Hand klopfte. Beeindruckender Weise legte das HC-Team trotz der bereits erbrachten Energieleistung noch einmal ein paar mehr Kohlen ins Feuer, zog das Tempo nochmals an und entschied die Partie mit einem 5-Tore-Lauf zum 29:23 Zwischenstand einige Minuten vor Schluss. Bis zum Ende passierte dann auch nichts mehr und nach dem Schlusspfiff feierten die Spieler ausgelassen die gewonnen zwei Punkte, sowie den beinahe perfekten Klassenerhalt.

Mit nun 22 Punkten auf der Habenseite rangiert der HC auf einem siebten Tabellenplatz und kann nur noch theoretisch auf einen Abstiegsplatz rutschen. Hierfür müssten jedoch die HG Kunstadt, der VfB Forchheim und der ASV Cham ihr komplettes Restprogramm abfertigen während der HC Sulzbach alles verlieren müsste, was angesichts der Duelle mit den bereits feststehenden Absteigern, Heidingsfeld und Erlangen-Bruck, fraglich erscheint. Dennoch kehrt die Mannschaft von Trainer Ingo Gömmel pünktlich zum Derby-Höhepunkt des Jahres zurück in die Erfolgsspur und kann sich umso mehr auf das Highlight gegen den Tabellenführer aus Auerbach in zwei Wochen freuen.

Einen Vorteil gegenüber dem SV 08 Auerbach haben die Sulzbacher jedoch schon sicher, denn kaum eine Mannschaft betreibt in den Ferien solch eine intensive Lauf-Vorbereitung wie der HC Sulzbach, denn etwas Anstrengenderes als den Trainingshöhepunkt am Ostersamstag gibt es wohl kaum.

HC Sulzbach: Vojtech, Güthe Moritz 8, Braun 7(3), Ströhl 5, Nachtman 4(2), Andörfer 2, Munker 2, Artz 1, Brandt 1, Ott, Schmidt, Forster